
Felix Mendelssohn Bartholdy
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) gehört zu den herausragenden universell gebildeten und vielseitig wirkenden Musikern des 19. Jahrhunderts, für die die Personalunion von Komponist, Dirigent und Instrumentalsolist charakteristisch ist.
Er entstammte einer angesehenen Familie. Sein Großvater war der Philosoph Moses Mendelssohn, sein Vater Abraham ein erfolgreicher Bankier. Von letzterem stammt der Ausspruch: „Erst war ich der Sohn meines Vaters, und nun bin ich der Vater meines Sohnes“. Seine Kinder – auch den 1809 geborenen Sohn Felix – hatte er 1816 christlich taufen lassen. So wurde Felix zum Mittler zwischen den Religionen, der seine Werke für drei Glaubensrichtungen schuf. Auch dies, aber vor allem seine Weltläufigkeit, machen ihn zum Europäer par excellence.
Felix' musikalisches Talent wurde schon früh stimuliert und geprägt. Im Alter von 9 Jahren trat er zum ersten Mal als Pianist in der Öffentlichkeit auf. Wenig später begann er mit außergewöhnlicher Begabung eigene Kompositionen zu verfassen. Mit zwanzig Jahren hatte er mit der Berliner Singakademie Bachs „Matthäuspassion“ aufgeführt und damit den wohl entscheidenden Schritt zur Wiederentdeckung der fast schon in Vergessenheit geratenen Musik des Leipziger Thomaskantors getan. 1835 bot man ihm die Leitung der Gewandhauskonzerte in Leipzig an – er war erst 26 Jahre alt und weder seine Vorgänger noch seine Nachfolger waren bei Amtsantritt so jung. Er institutionalisierte den „Dirigenten des Sinfonieorchesters“ und schuf den „Dirigenten als Interpreten“, wodurch er die Aufführungspraxis seiner Zeit revolutionierte.
Bis zu seinem frühen Tod mit nur 38 Jahren entstand ein Œuvre von über 400 Stücken: Felix Mendelssohn Bartholdy ist bekannt für sein umfangreiches und bedeutendes Schaffen im Bereich der Sinfonik, Chorsinfonik und der Kammermusik. Viele dieser Werke entstanden u.a. auf seinen zahlreichen Reisen durch die deutschen und europäischen Länder, wie z.B. die Britischen Inseln, Frankreich, Italien und die Schweiz. Seine Kirchenmusik, in deren Mittelpunkt die großartigen Oratorien Paulus und Elias stehen, spiegelt drei Konfessionen wider. Als Mittler zwischen den Religionen kommt Felix Mendelssohn Bartholdy daher auch heute noch eine große gesellschaftliche Relevanz zu.
Mendelssohn Bartholdy wird heute allgemein als eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten im Europa des 19. Jahrhunderts angesehen.
Seinen ersten festen Posten im Berufsleben hatte der Künstler in Düsseldorf als Städtischer Musikdirektor inne, bevor er im Alter von nur 26 Jahren zum Gewandhauskapellmeister berufen wurde, eine Stelle, die ihn bis zu seinem frühen Tode eng mit der Musikstadt Leipzig verbinden sollte, in der er auch das erste deutsche Konservatorium begründet hatte.
Mit Kurt Masur begann von Leipzig aus die Mendelssohn-Renaissance, zunächst mit den herausragenden Interpretationen der Jugendsinfonien, die der Maestro 1972 mit dem Gewandhausorchester Leipzig eingespielt hatte. Wenig später folgten weitere Aufnahmen der Hauptwerke Mendelssohns, die dessen Ruf als Komponist von Weltgeltung bestätigten. Heute ist Leipzig das Zentrum der Mendelssohn-Forschung, beherbergt die Stadt doch die Ausgabe der Werke Felix Mendelssohn Bartholdys (Sächsische Akademie der Wissenschaften) und die Mendelssohn-Briefausgabe (Universität Leipzig und Deutsche Forschungsgemeinschaft).